Neuarrogante Bauern verschenken Butter
Milchbauern in Sachsen-Anhalt wehren sich gegen zu niedrige Milchpreise. In einer Protestaktion verschenkten sie 10.000 Stück Butter vor Billig-Supermärkten.
Aldi, Lidl und Rewe setzen ihre Milcheinkaufspreise so weit herab, dass die Milchbauern nicht mehr kostendeckend produzieren können. Nach den ‘Gesetzen’ des Marktes ist der Fall simpel. Es gibt genügend Milch auf dem Markt, sie kann aus dem Ausland immer importiert werden und Vorräte sind genügend vorhanden. Das heißt, das Angebot ist größer als die Nachfrage und die Preise fallen. Sie sind so weit gefallen, dass es die Bauern in Existenznot treibt. Die Milchbauern haben sich dagegen gewehrt und obwohl sie die marktwirtschaftlich schwächeren sind, Butter an Tafeln, soziale Einrichtungen und Passanten verschenkt. Sie haben mit allen ‘Konventionen’ des Marktes gebrochen. Dieser Mut ist beeindruckend. DNA beklatscht die neuarrogante Protestaktion der Milchbauern.
Aber, was ist an dieser Aktion neuarrogant? Die nach marktwirtschaftlicher Logik unterlegenen Milchbauern wehren sich mit den Mitteln ihrer Gegner: extremes Preisdumping. Sie karikieren das Verhalten derjenigen, die nicht die Haltung besitzen Werte, außer Geld zu vertreten, in dem sie dieses Verhalten maßlos übertreiben. Die Milchbauern haben eine mutige und haltungstarke Geste gezeigt, zu der ihre altarrogante ‘Konkurrenz’ nicht in der Lage ist. Der Markt hält Milch für wertlos. Würde der Markt für die Discounter negativ aussehen, würden diese alle möglichen und unmöglichen Mittel in Bewegung setzen, um wieder gewinnmaximierend zu verkaufen. Sie sind nicht in der Lage, über die Sache an sich, über Milch, Kühe und Nahrungsmittel nachzudenken. Sie sind geistig vollständig auf Angebot und Nachfrage reduziert.
In diesem Fall haben Verhandlungen auf einem Markt dafür gesorgt, dass zwar alles seinen Preis hat, aber der Wert der Sachen nicht mehr zählt. Milch ist ein Lebensmittel und damit immer wertvoll, egal ob es knapp oder überschüssig vorhanden ist.
Billige Produkte zu billigen Preisen, gibt es in billigen Läden, die billig mit ihren Angestellten umgehen und gewaltige Gewinne realisieren. Produkte mit Wert können da gekauft werden, wo der Wert entsteht, das bedeutet, direkt bei den Milchbauern und ihren Kühen. Discounter-Preise werden von Menschen festgelegt, die Ziegenmilch nicht von Kuhmilch unterscheiden können. Neuarrogante Menschen kaufen ihre Produkte bei den Spezialisten, die sie herstellen. Im Falle von Milch, sind das die Milchbauern und nicht Discountmanager. Neuarrogante Menschen haben es nicht nötig ihr Geld den Menschen zu geben, die in in einem Liter Milch nichts anderes sehen, als einen bestimmten Betrag Geld. Neuarrogante Menschen leisten es sich Qualität zu fordern und erkennen, dass Milch mehr mit Kühen als Märkten zu tun hat.
Altunterlegenen Menschen ist es egal, wo ihre Milch herkommt, unter welchen Bedingungen sie den Kühen abgenommen wird und wie mit den Menschen umgegangen wird, die noch einen Beruf mit Werten und nicht nur einen Job zum Geld machen haben.
DNA
Schlagworte: Aldi, Bauern, Butter, Discounter, Lidl, Markt, Milch, Milchbauern, Preise, Rewe, Supermärkte